Wer nach „transaktionalen Keywords“ sucht, will selten nur die Definition. Meistens geht es um die Anwendung: Wie lässt sich der Begriff in der eigenen Keyword-Strategie nutzen? Genau darum geht es in diesem Artikel. Er liefert eine klare Definition, echte Beispiele aus verschiedenen Branchen, eine saubere Abgrenzung zu den anderen Suchintentionen und eine praxistaugliche Anleitung, wie transaktionale Keywords gefunden, eingesetzt und gemessen werden. Am Ende steht außerdem eine Übersicht der häufigsten Fehler beim Targeting dieser Keywords, inklusive Wegen, sie zu vermeiden.
Was sind transaktionale Keywords?
Transaktionale Keywords sind Suchanfragen, bei denen die Nutzerin oder der Nutzer eine Handlung abschließen will, etwa etwas kaufen, buchen, bestellen oder abonnieren. Es geht hier nicht mehr um Recherche wie bei informationalen Anfragen, sondern um Kaufabsicht in ihrer konkretesten Form. Bei „Kochbox bestellen“ oder „Laptop kaufen“ ist die Informationsphase längst vorbei.
Typische Signalwörter für transaktionale Suchintention sind:
- kaufen, bestellen, buchen
- Preis, Rabatt, Angebot
- abonnieren, mieten, Termin vereinbaren
Diese Verben und Substantive tauchen fast immer zusammen mit einem konkreten Produkt- oder Leistungsnamen auf. Genau das macht transaktionale Keywords für Content-Strategien so wertvoll: Sie führen selten zu einer Frage, fast immer zu einer Entscheidung. Auf einer Landingpage oder Produktseite muss deshalb die Conversion im Mittelpunkt stehen, nicht die Aufklärung.
Ein hohes Suchvolumen ist dabei kein Muss. Viele der wertvollsten transaktionalen Keywords sind lang und sehr spezifisch. Im Vergleich zu einem breiten Hauptbegriff bekommen sie nur wenige Suchanfragen im Monat, führen dafür aber deutlich zuverlässiger zu einer Anfrage oder einem Kauf. Für die eigene Content-Planung lohnt es sich deshalb, transaktionale Keywords nicht allein nach Suchvolumen zu priorisieren, sondern nach ihrer Nähe zur tatsächlichen Handlung.
Transaktionale Keywords vs. andere Suchintentionen
Suchintention lässt sich grob in vier Kategorien einteilen: informational, navigational, kommerziell und transaktional.
| Suchintention | Signalwörter | Beispielsuche | Passender Content-Typ |
|---|---|---|---|
| Informational | was ist, wie funktioniert, Anleitung, Tipps | „wie funktioniert Suchmaschinenoptimierung“ | Ratgeber, Blogartikel, Erklärseite |
| Navigational | Markenname, Login, offizielle Seite | „Xing Login“ | Startseite, Markenprofil |
| Kommerziell | beste, Vergleich, Test, Erfahrungen, Alternative | „beste Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmen“ | Vergleichsseite, Testbericht, Bestenliste |
| Transaktional | kaufen, bestellen, buchen, Preis, Rabatt, Angebot | „Kochbox bestellen“ | Produktseite, Landingpage, Preisseite |
Informationale Anfragen stehen am Anfang der Kundenreise: Hier will jemand ein Thema verstehen, ohne bereits eine Marke oder ein Produkt im Kopf zu haben. Navigationale Anfragen setzen dagegen schon Markenkenntnis voraus, die Person will einfach eine bestimmte Seite erreichen. Kommerzielle Anfragen liegen dazwischen: Es wird verglichen, gelesen, abgewogen, aber noch nicht gekauft. Transaktionale Anfragen bilden den Abschluss dieser Reise. Der überwiegende Teil aller Suchanfragen ist informationaler Natur. Transaktionale und navigationale Anfragen machen jeweils einen deutlich kleineren Anteil aus, dafür einen wirtschaftlich überproportional wichtigen, weil sie am direktesten mit Umsatz verknüpft sind.
Ein weiterer Unterschied zeigt sich in der Reaktion auf KI-gestützte Suchergebnisse: Informationale Anfragen werden zunehmend direkt auf der Suchergebnisseite beantwortet, ganz ohne Klick. Transaktionale Anfragen betrifft das kaum, denn ein Kauf, eine Buchung oder eine Anmeldung braucht immer einen Klick auf die eigentliche Seite. Auch generative KI-Assistenten wie Chatbots verändern das Suchverhalten, vor allem aber in der informationalen und kommerziellen Rechercheanfangsphase. Will jemand tatsächlich kaufen, buchen oder abonnieren, führt der Weg weiterhin über eine echte Website mit Formular, Warenkorb oder Buchungssystem.
Für die eigene Content-Planung lohnt sich ein Blick auf die kommerzielle Investigationsphase, die der transaktionalen Suche meist unmittelbar vorausgeht. Nach „beste Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmen“ zu suchen ist oft nur wenige Klicks von einer transaktionalen Anfrage wie „Buchhaltungssoftware kaufen“ entfernt. Diese Nähe lässt sich gezielt nutzen, etwa indem eine Vergleichsseite direkt zur passenden Preis- oder Produktseite verlinkt.
Beispiele für transaktionale Keywords nach Branche
Wie transaktionale Keywords konkret aussehen, hängt stark von der Branche ab. Das gemeinsame Muster bleibt aber gleich: ein Handlungsverb oder ein Preissignal kombiniert mit einem spezifischen Produkt, einer Dienstleistung oder einem Ort.
| Branche | Beispiel-Keywords | Passender Content-Typ |
|---|---|---|
| E-Commerce | Laptop kaufen, Sneaker Rabattcode, Wasserfilter online kaufen mit kostenloser Lieferung, Kochbox bestellen | Produktseite, Kategorieseite mit Filterfunktion |
| B2B/SaaS | kostenlose Testversion Projektmanagement-Software, CRM-Software Preise vergleichen, Demo-Termin vereinbaren, Buchhaltungssoftware für Kleinunternehmen kaufen | Preisseite, Demo-Landingpage |
| Lokale Dienstleistungen | SEO-Beratung in der Nähe, Handwerker Notdienst in der Nähe, Zahnarzt Termin online buchen München, Hochzeitsfotograf Preise Hamburg | Standortseite mit Terminbuchung |
| Agenturen | Content-Marketing-Agentur Preise, SEO-Agentur beauftragen B2B, Freelance-Texter Stundensatz, Angebot einholen Werbeagentur | Angebotsseite, Kontaktformular mit klarer CTA |
Im E-Commerce dominieren klassische Kaufverben, oft ergänzt um Preis- oder Lieferbedingungen. Anders im B2B- und SaaS-Umfeld: Dort treten Begriffe wie „kostenlose Testversion“ oder „Demo“ an die Stelle von „kaufen“, weil der Entscheidungsprozess meist mehrstufig ist. Der Ortsbezug spielt bei lokalen Dienstleistungen die entscheidende Rolle. „In der Nähe“ oder ein konkreter Stadtname signalisiert, dass die Person kurz vor einer Kontaktaufnahme steht. Agenturen und Freiberufler wiederum sehen häufiger Suchen zu Preisen, Stundensätzen oder der direkten Beauftragung.
Diese Beispiele dienen als Muster, nicht als vollständige Liste. Jede Branche hat eigene Varianten, am besten abgeleitet aus den tatsächlichen Anfragen von Interessenten, etwa aus Vertriebsgesprächen oder Support-Nachrichten.
Innerhalb jeder Branche lohnt sich außerdem der Blick auf sehr spezifische Kombinationen: „Buchhaltungssoftware für Handwerksbetriebe kaufen“ statt nur „Buchhaltungssoftware kaufen“, oder „Hochzeitsfotograf Preise für Standesamt und Feier Hamburg“ statt nur „Hochzeitsfotograf Preise“. Solche engeren Formulierungen erscheinen selten in Keyword-Tools mit nennenswertem Suchvolumen. Sie ziehen aber genau die Interessenten an, die am ehesten tatsächlich kaufen oder buchen.
Typische Signalwörter und Modifikatoren erkennen
Transaktionale Keywords lassen sich am zuverlässigsten über ihre grammatische Struktur erkennen. Es handelt sich fast immer um Verben oder Partizipien, die eine konkrete Handlung ausdrücken, kombiniert mit einem Substantiv, das das Objekt dieser Handlung benennt.
Handlungsverben, die auf Kaufabsicht hindeuten:
- kaufen, bestellen, buchen, mieten, abonnieren
Preis- und Angebotssignale:
- Preis, Rabatt, Angebot, Gutschein, Aktion
Verfügbarkeits- und Ortssignale:
- in der Nähe, jetzt verfügbar, Termin vereinbaren
Prüf- und Testsignale:
- Test, kostenlos testen, Demo anfordern
Mit diesen Mustern im Kopf lassen sich transaktionale Keywords auch dann erkennen, wenn sie in klassischen Keyword-Tools kein hohes Suchvolumen zeigen. Gerade die Kombination aus einem dieser Modifikatoren mit einem sehr spezifischen Produkt- oder Leistungsnamen führt oft zu den am besten konvertierenden Suchanfragen überhaupt, selbst bei geringem monatlichem Suchvolumen.
Ein zweiter Blick lohnt sich auf Signalwörter, die nicht sofort als Handlungsverb erkennbar sind, aber trotzdem auf Kaufabsicht hindeuten. Superlative wie „beste“ oder „günstigste“ wirken auf den ersten Blick eher kommerziell. In Kombination mit einem sehr konkreten Anwendungsfall kippen sie aber oft ins Transaktionale, etwa bei „günstigste Kochbox für zwei Personen bestellen“. Diese Grenzfälle zu erkennen bringt zusätzliche Keywords, die in einer reinen Verbliste sonst übersehen würden.
Wie findet man transaktionale Keywords?
Transaktionale Keywords zu finden erfordert einen anderen Ansatz als die Suche nach reichweitenstarken informationalen Begriffen. Die folgenden sechs Methoden lassen sich kombinieren und liefern zusammen ein deutlich vollständigeres Bild als jede einzelne für sich.
Eigene Conversion-Daten auswerten
Die wertvollste Datenquelle liegt oft schon im eigenen Werbekonto: die Suchbegriffsberichte. Dort lässt sich exakt sehen, welche Suchanfragen zu einem Formularabschluss, einer Anmeldung oder einem Kauf geführt haben. Diese Begriffe sind bereits bewiesene transaktionale Keywords und sollten priorisiert auch organisch angegangen werden.
Bestehende Seiten mit hoher Conversion-Rate analysieren
Manche Seiten erzeugen bereits überdurchschnittlich viele Anfragen oder Abschlüsse, ohne dass sie gezielt dafür optimiert wurden. Ein Blick in die Google Search Console zeigt, für welche Suchanfragen diese Seiten ranken, und daraus lassen sich weitere transaktionale Keywords ableiten, die bereits nachweislich funktionieren.
Keyword-Tools mit Intent-Filter nutzen
Viele gängige Keyword-Recherche-Tools bieten inzwischen eine Filterung nach Suchintention an. Wird der Filter gezielt auf transaktional oder kommerziell gesetzt, reduziert sich eine lange, unspezifische Keyword-Liste auf eine deutlich kleinere Auswahl mit hoher Handlungsrelevanz. Eine zusätzliche Filterung nach Cost-per-Click kann helfen, weil ein hoher CPC oft ein Indiz dafür ist, dass Werbetreibende mit diesem Begriff bereits nachweislich Umsatz erzielen.
Konkurrenzanalyse bei bezahlten Keywords
Wenn ein Wettbewerber über mehrere Monate hinweg konstant auf denselben Suchbegriff bietet, ist das ein starkes Signal dafür, dass dieser Begriff für ihn konvertiert. Eine Analyse der bezahlten Keywords der wichtigsten zwei bis drei Wettbewerber liefert damit eine bereits vorgefilterte Liste an potenziell transaktionalen Begriffen.
Google Autocomplete und verwandte Fragen nutzen
Die Eingabe des Hauptkeywords zusammen mit gängigen Modifikatoren wie „kaufen“, „Preis“ oder „in der Nähe“ in ein leeres Suchfeld liefert reale, häufig gesuchte Formulierungen direkt aus der Autovervollständigung. Diese Methode ist kostenlos und zeigt Formulierungen in der exakten Sprache, die Suchende tatsächlich verwenden. Ergänzend lohnt sich ein Blick auf verwandte Fragen und Suchanfragen zum Hauptkeyword: Tauchen dort Formulierungen mit Handlungsverben oder Preisbezug auf, handelt es sich meist ebenfalls um transaktionale Varianten.
Zero-Volume- und Long-Tail-Keywords aus Vertrieb und Kundenservice ableiten
Diese Methode findet die transaktionalen Keywords, die kein Tool jemals anzeigen wird, weil sie zu spezifisch für ein nennenswertes monatliches Suchvolumen sind. Trotzdem gehören sie oft zu den am besten konvertierenden Formulierungen überhaupt, denn jede Person, die genau diesen Begriff eingibt, passt exakt zur Zielgruppe. Ein regelmäßiger Blick in Vertriebsgespräche, Support-Tickets oder CRM-Notizen fördert wiederkehrende Formulierungen zutage, mit denen Interessenten ihr Anliegen beschreiben, oft lange bevor diese Formulierungen in nennenswerter Zahl bei Google gesucht werden. Eine Seite, die gezielt ein Bündel solcher Long-Tail-Varianten bedient, kann trotz geringem organischem Traffic zu einer der umsatzstärksten Seiten der gesamten Website werden.
Transaktionale Keywords im Content gezielt einsetzen
Ein transaktionales Keyword zu finden ist nur die halbe Arbeit. Entscheidend ist, welcher Content-Typ dazu passt, denn ein falsch gewählter Seitentyp verschenkt die Kaufabsicht, die im Keyword bereits steckt.
Dedizierte Landingpages
Keywords wie „Kochbox bestellen“ oder „Demo-Termin vereinbaren“ gehören auf eine eigene, klar fokussierte Landingpage, nicht auf einen Blogartikel und nicht auf eine allgemeine Kategorieseite. Eine gute Landingpage für transaktionale Keywords braucht:
- eine Überschrift, die exakt zur Suchanfrage passt
- Preistransparenz oder eine eindeutige Handlungsaufforderung oberhalb des sichtbaren Bereichs
- Vertrauenssignale wie Bewertungen, Referenzen oder Fallbeispiele
- möglichst wenige Ablenkungen oder Navigationsausgänge auf dem Weg zur Conversion
Produkt- und Leistungsseiten
Bei E-Commerce-Keywords wie „Laptop kaufen“ oder bei lokalen Dienstleistungen wie „Handwerker Notdienst in der Nähe“ übernimmt häufig die klassische Produkt- oder Leistungsseite diese Rolle. Wichtig ist, dass auch hier der Conversion-Pfad kurz bleibt: von der Seite direkt in den Warenkorb, das Buchungsformular oder die Terminanfrage. Lokale Dienstleistungen brauchen außerdem eine klar sichtbare Kontaktmöglichkeit oberhalb des sichtbaren Bereichs, etwa eine Telefonnummer oder einen Buchungskalender, denn viele dieser Suchanfragen laufen mobil und mit unmittelbarem Handlungsdruck.
Vergleichsseiten für Grenzfälle
Manche Keywords liegen an der Grenze zwischen kommerzieller und transaktionaler Intention, etwa „CRM-Software Preise vergleichen“. Hier hilft eine Vergleichsseite, die zusätzlich zur reinen Preisübersicht eine klare Handlungsaufforderung enthält, sodass Leserinnen und Leser nach dem Vergleich direkt weiterkommen, statt die Seite ohne nächsten Schritt zu verlassen. Eine ehrliche Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen wirkt dabei vertrauenswürdiger als eine einseitig positive Darstellung und erhöht in der Regel auch die tatsächliche Abschlussquote.
Interne Verlinkung für den Conversion-Pfad
Transaktionale Keywords wirken am stärksten, wenn sie nicht isoliert dastehen, sondern über interne Verlinkung mit dem restlichen Content verbunden sind. Informationale Ratgeberartikel sollten mindestens einen Link zu einer passenden transaktionalen Seite enthalten, etwa über einen Ankertext wie „Preise ansehen“ oder „Termin anfragen“. So entsteht ein durchgängiger Conversion-Pfad, der Leserinnen und Leser von der ersten Recherche bis zur Handlung begleitet.
Sinnvoll ist es, die eigenen Seiten systematisch nach Funnel-Stufe zu ordnen: informationale Ratgeberartikel oben, kommerzielle Vergleichsseiten in der Mitte, transaktionale Landingpages und Produktseiten am Ende. Jede Stufe sollte mindestens einen Ankertext zur nächsten Stufe enthalten, damit Leserinnen und Leser nicht selbst suchen müssen, wie sie vom Lesen zum Handeln kommen. Eine regelmäßige Prüfung dieser Verlinkung lohnt sich besonders dann, wenn neue transaktionale Seiten hinzukommen oder bestehende Produkt- und Preisseiten sich inhaltlich verändern, damit kein informationaler Artikel ins Leere führt.
Transaktionale Keywords messen: Die wichtigsten Kennzahlen
Reine Traffic-Zahlen sagen wenig darüber aus, ob eine transaktionale Keyword-Strategie funktioniert. Aussagekräftiger sind Kennzahlen, die direkt mit Abschlüssen und Umsatz verknüpft sind.
| Kennzahl | Was sie zeigt | Wie man sie misst |
|---|---|---|
| Conversion-Rate | Anteil der Besucherinnen und Besucher, die eine definierte Handlung abschließen | Conversion-Ereignisse in der Analytics-Plattform je Landingpage auswerten |
| Kosten pro Conversion | Wie effizient ein Keyword oder eine Seite Abschlüsse erzeugt | Werbekosten oder Content-Investition durch Anzahl der Conversions teilen |
| Umsatz pro Keyword | Welchen konkreten wirtschaftlichen Wert eine Suchanfrage erzeugt | Verknüpfung von Suchanfrage, Landingpage und Abschluss über die Attributionskette |
| Lead-Qualität | Ob die gewonnenen Kontakte tatsächlich zum Zielkunden passen | Verlauf der Leads im Vertriebstrichter im Zeitverlauf nachverfolgen |
Die Conversion-Rate ist der erste Anhaltspunkt, sagt aber allein noch nichts über die wirtschaftliche Qualität der Abschlüsse aus. Erst die Kombination mit Kosten pro Conversion und Umsatz pro Keyword zeigt, ob eine Seite tatsächlich profitabel arbeitet. Die Lead-Qualität schließlich beantwortet die Frage, ob die gewonnenen Kontakte auch im weiteren Vertriebsprozess Bestand haben, oder ob sie zwar formal konvertieren, aber selten zu einem tatsächlichen Kunden werden. Erst alle vier Kennzahlen zusammen ergeben ein realistisches Bild davon, welche transaktionalen Keywords wirklich zum Geschäftsergebnis beitragen.
Für eine belastbare Messung sollten Conversion-Ereignisse in der Analytics-Plattform sauber definiert sein, bevor eine neue Landingpage veröffentlicht wird, nicht erst nachträglich. Werden die Kennzahlen erst im Nachhinein eingerichtet, gehen wertvolle Vergleichsdaten aus der wichtigen Anfangsphase einer Seite verloren, und spätere Verbesserungen lassen sich schwerer auf eine konkrete Ursache zurückführen.
Häufige Fehler bei transaktionalen Keywords
Falscher Content-Typ
Der wohl häufigste Fehler: Ein transaktionales Keyword wird mit einem Blogartikel statt mit einer Landingpage bedient. Wer nach „Kochbox bestellen“ sucht, will kein Ratgeberformat lesen, sondern direkt bestellen können. Der Content-Typ muss vor der ersten Zeile Text feststehen. Ein Ratgeberartikel mit dem Titel „Wie wähle ich die passende Kochbox“ wird diese Suchanfrage praktisch nie erfüllen, weil er informiert statt einen direkten Bestellweg anzubieten.
Optimierung auf Traffic statt Conversions
Transaktionale Keywords haben oft ein niedrigeres Suchvolumen als informationale Begriffe. Wird Erfolg nur an Sitzungen oder Impressionen gemessen, werden diese Seiten systematisch unterschätzt, mit dem Risiko, sie vorzeitig aufzugeben, bevor sie ihren tatsächlichen wirtschaftlichen Beitrag zeigen können.
Long-Tail-Varianten ignorieren
„Beste CRM-Software“ ist stark umkämpft und zieht ein sehr heterogenes Publikum an. „CRM-Software Preise vergleichen für Kleinunternehmen unter zwanzig Mitarbeitenden“ ist spezifischer, weniger umkämpft und deutlich besser qualifiziert. Eine ausschließliche Konzentration auf Hauptbegriffe lässt genau die Long-Tail-Varianten liegen, die am zuverlässigsten konvertieren.
Keine Conversion-Rate-Optimierung auf Landingpages
Transaktionalen Traffic auf eine schlecht optimierte Landingpage zu lenken, ist einer der teuersten Fehler überhaupt. Eine versteckte Handlungsaufforderung, lange Ladezeiten oder ein zu langes Formular kosten wertvolle, bereits kaufbereite Besucherinnen und Besucher. Landingpages für transaktionale Keywords sollten laufend optimiert werden, nicht einmalig veröffentlicht und dann sich selbst überlassen. Regelmäßige Tests der Überschrift, der Formularlänge und der Platzierung der Handlungsaufforderung gehören ebenso zur Pflege dieser Seiten wie die inhaltliche Aktualität.
Umsatz nicht nachverfolgen
Viele Teams stoppen die Erfolgsmessung bei der Anzahl der Leads. Die eigentlich entscheidende Frage bleibt offen: Schließen Leads aus transaktionalen Keywords zu einer höheren Rate ab und erzeugen sie mehr Umsatz pro Kunde als Leads aus anderen Kanälen? Ohne diese Verknüpfung bleibt der tatsächliche Wert der Strategie unsichtbar.
Bevor eine Seite für ein transaktionales Keyword live geht, lohnt sich ein kurzer Check:
- Passt der Content-Typ zur Handlungsabsicht des Keywords?
- Ist die Handlungsaufforderung oberhalb des sichtbaren Bereichs platziert?
- Wurden Long-Tail-Varianten des Keywords mitgedacht?
- Ist eine Möglichkeit zur laufenden Optimierung der Seite eingeplant?
- Ist die Seite an die Umsatz- und Conversion-Messung angebunden?
Häufig gestellte Fragen zu transaktionalen Keywords
Was sind Beispiele für transaktionale Keywords?
Beispiele sind „Laptop kaufen“, „Kochbox bestellen“, „SEO-Beratung in der Nähe“, „kostenlose Testversion Projektmanagement-Software“ oder „Demo-Termin vereinbaren“. Allen gemeinsam ist ein Handlungsverb oder ein Preissignal in Kombination mit einem konkreten Produkt oder einer konkreten Leistung.
Was ist der Unterschied zwischen transaktionalen und kommerziellen Keywords?
Kommerzielle Keywords wie „beste CRM-Software“ signalisieren, dass noch verglichen wird, die Entscheidung also noch nicht gefallen ist. Transaktionale Keywords wie „CRM-Software kaufen“ signalisieren dagegen, dass die Entscheidung bereits getroffen wurde und nur noch die Handlung folgt. Beide gehören zur Kaufabsicht im weiteren Sinne, unterscheiden sich aber in der Nähe zum tatsächlichen Abschluss.
Wie erkennt man ein transaktionales Keyword?
Am zuverlässigsten über die grammatische Struktur: Ein Handlungsverb oder Partizip wie kaufen, bestellen, buchen oder abonnieren, oft kombiniert mit einem Preis-, Rabatt- oder Ortssignal, deutet auf transaktionale Suchintention hin.
Welcher Content-Typ passt am besten zu transaktionalen Keywords?
In den meisten Fällen eine dedizierte Landingpage oder eine Produkt- beziehungsweise Leistungsseite mit klarer Handlungsaufforderung. Blogartikel und allgemeine Ratgeberseiten eignen sich dagegen besser für informationale Suchanfragen.
Warum haben transaktionale Keywords oft ein niedriges Suchvolumen?
Weil sie meist sehr spezifisch sind und genau deshalb eine hohe Kaufabsicht signalisieren. Ein niedriges Suchvolumen bedeutet bei transaktionalen Keywords nicht automatisch wenig Wert, oft ist sogar das Gegenteil der Fall: Wenige, aber genau passende Besucherinnen und Besucher konvertieren zuverlässiger als viele unspezifische. Eine Priorisierung ausschließlich nach Suchvolumen übersieht deshalb regelmäßig die Keywords, die wirtschaftlich am meisten bringen. Für die Erfolgsmessung zählen ohnehin nicht Sitzungen oder Impressionen, sondern Conversion-Ereignisse wie Formularabschlüsse, Anfragen oder Käufe, die sich direkt einer Landingpage und damit einem Keyword zuordnen lassen.