Wie du diese Checkliste nutzt
Die meisten SEO-Audit-Checklisten lesen sich wie eine Wundertüte: fünfzig Punkte, keine erkennbare Reihenfolge, und das vage Versprechen, alles abzuhaken hilft schon irgendwie. So funktioniert ein Audit in der Praxis nicht. Ein kaputter Canonical-Tag auf einer Seite, die noch nicht einmal gecrawlt werden kann, spielt zunächst keine Rolle, und ein fehlendes FAQ-Schema bringt nichts, wenn die betroffene Seite aus Versehen ein Noindex-Tag trägt.
Diese Checkliste ist um eine Reihenfolge herum gebaut, nicht nur um Vollständigkeit. Du behebst zuerst Crawling-Blocker, weil nachgelagerte Maßnahmen erst dann etwas bringen, wenn Google, und mittlerweile auch KI-Crawler, deine Seiten erreichen können. Danach folgen Architektur und Geschwindigkeit, weil beides gleichzeitig auf jede Seite wirkt, und erst danach Content- und Schema-Arbeit mit realem, aber engerem Effekt.
Ein Punkt, den wir anders handhaben: KI-Crawler-Zugriff ist kein Bonusabschnitt am Ende. GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot lesen dieselbe robots.txt wie der Googlebot, deshalb prüfen wir sie im selben Arbeitsschritt, direkt in Phase 1. Wer ohnehin die Crawlbarkeit prüft, hat diese Datei sowieso schon offen.
Vierzig Checks, sieben Phasen, in der Reihenfolge, in der wir sie auf einer echten Website abarbeiten würden.
Was ist ein SEO-Audit?
Ein SEO-Audit ist eine systematische Überprüfung einer Website, die technische, inhaltliche und strukturelle Faktoren erfasst, um herauszufinden, was ihre Sichtbarkeit in Google und in KI-gestützten Suchsystemen einschränkt.
Der Begriff wird oft enger verstanden, als er gemeint ist. Ein vollständiges Audit deckt nicht nur klassische technische Punkte wie Crawlbarkeit, Ladezeit oder Sitemap-Struktur ab, sondern auch Content-Qualität, interne Verlinkung, strukturierte Daten und, zunehmend wichtig, ob Inhalte für KI-Crawler und Answer Engines zugänglich und zitierfähig sind. Ein reines Backlink-Audit oder ein einzelner PageSpeed-Test ist also kein vollständiges SEO-Audit, sondern nur ein Ausschnitt davon. Die technische und inhaltliche Analyse gehört zusammen: Die beste Content-Qualität nützt nichts, wenn die Seite technisch nicht gefunden wird.
Was kostet ein SEO-Audit?
Ein SEO-Audit kostet bei einer Agentur oder einem Freelancer ab ca. 1.500 Euro für eine Website mit rund 100 Seiten. Größere Websites wie Onlineshops mit mehreren tausend Produktseiten liegen deutlich darüber. Diese Spanne ist ein Einstiegswert, kein Fixpreis.
Der Preis richtet sich nach dem Umfang der Website, der Seitenzahl, der technischen Komplexität (mehrsprachig, JavaScript-lastig, mehrere Subdomains) und danach, ob auch die Umsetzung der Fixes beauftragt wird oder nur ein Befundbericht. Ein technischer Kurzcheck ist günstiger als ein vollständiges Audit über alle sieben Phasen.
Wer die 40 Checks selbst durchgeht, zahlt nichts außer Zeit. Die weiter unten genannten Werkzeuge wie Google Search Console, PageSpeed Insights und der kostenlose Screaming-Frog-Tarif decken einen Großteil des Audits ab, ohne Budget. Der Unterschied liegt darin, wie viele Stunden das DIY-Vorgehen kostet, je nach Website-Größe und eigener Erfahrung.
Phase 1: Crawlability, Indexierung & KI-Crawler-Zugriff (Checks 1-9)
Nichts auf dieser Liste bringt etwas, wenn Suchmaschinen und KI-Crawler deine Seiten gar nicht erreichen können. Deshalb steht diese Phase immer an erster Stelle, unabhängig davon, wie alt oder neu die Website ist. Die folgenden neun Checks prüfen, ob der Zugang technisch offen ist, für klassische Crawler genauso wie für KI-Systeme.
1. robots.txt auf Blockaden prüfen
Rufe deinesite.de/robots.txt direkt im Browser auf und lies die Datei durch. Achte auf ein übrig gebliebenes Disallow: / aus einer Staging-Umgebung oder eine Regel, die versehentlich einen ganzen Ordner blockiert. Das klingt banal, ist aber einer der häufigsten Gründe, warum eine Website nach einem Relaunch über Nacht den Großteil ihres Traffics verliert.
2. KI-Crawler-Zugriff prüfen
Suche in der robots.txt gezielt nach GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot, Google-Extended und Amazonbot. Es gibt hier keine universell richtige Antwort: Manche Publisher blockieren KI-Crawler bewusst, um Inhalte vor der Nutzung als Trainingsdaten zu schützen. Wichtig ist nur, dass der Zustand eine bewusste Entscheidung ist und keine unhinterfragte Plugin-Voreinstellung.
3. XML-Sitemap-Gesundheit prüfen
Nur kanonische, indexierbare URLs mit Status 200 gehören in die Sitemap, sonst nichts. Prüfe, ob alte, längst umgeleitete URLs noch drinstehen, ob verwaiste Einträge auf gelöschte Seiten zeigen und ob die Sitemap tatsächlich in der robots.txt referenziert sowie in der Search Console eingereicht ist.
4. Noindex-Tags auf versehentliche Ausschlüsse prüfen
Crawle die Website und liste jede Seite mit Noindex-Tag oder Meta-Robots-Anweisung auf. Es kommt regelmäßig vor, dass wichtige Seiten wie die Preisseite oder ein gut performender Blogartikel ein Noindex-Tag tragen, das aus einem Staging-Build stammt und vor dem Launch nie entfernt wurde.
5. Crawling-Fehler in der Search Console prüfen
Prüfe im Seiten-Bericht der Search Console die Kategorien „Nicht gefunden (404)“, „Gecrawlt, aber momentan nicht indexiert“ und „Erkannt, aber momentan nicht indexiert“. Die letzten beiden sind aussagekräftiger als eine reine 404-Zahl: Google hat die Seite gefunden, sich aber gegen eine Indexierung entschieden, oft ein Content-Signal, kein technisches.
6. Orphan Pages finden und beheben
Eine Orphan Page hat keinerlei interne Links, die von anderen Stellen der Website auf sie zeigen. Crawler und Nutzer finden solche Seiten, wenn überhaupt, nur über die Sitemap. Führe einen vollständigen Crawl durch, gleiche die URLs mit den internen Linkdaten ab und verlinke entweder auf Orphan Pages, die Traffic verdienen, oder entferne sie.
7. Canonical-Tags prüfen
Ein selbstreferenzierendes Canonical-Tag gehört auf jede indexierbare Seite, mit einer Ausnahme: paginierte Serien, die bewusst auf Seite 1 verweisen. Achte auf Canonicals, die stattdessen auf eine Weiterleitung oder eine unpassende URL zeigen. Beides signalisiert Suchmaschinen leise, die gewünschte Seite zu ignorieren.
8. Rendering ohne JavaScript prüfen
Nutze das URL-Prüftool der Search Console oder einen Rendering-Test, um zu sehen, was ein Crawler nach der JavaScript-Ausführung tatsächlich sieht. Erscheinen Hauptinhalt, Überschriften oder interne Links erst nach clientseitigem Rendering, das fehlschlägt oder ins Timeout läuft, verlässt du dich auf Googles Rendering-Budget, für KI-Crawler, die JavaScript oft überspringen, ist das noch riskanter.
9. llms.txt anlegen oder prüfen
Dieser Punkt ist noch neu und entwickelt sich weiter: eine reine Textdatei im Root-Verzeichnis der Domain, die KI-Systemen eine strukturierte Übersicht gibt, welche Themen die Website abdeckt und wo die wichtigen Seiten liegen. Ein Rankingfaktor ist das nicht, aber immer mehr Websites nutzen die Datei, damit KI-Crawler die Struktur schneller erfassen als über einen vollständigen Crawl. Fehlt sie, ist sie schnell angelegt; ist sie vorhanden, prüfe, ob sie noch passt.
Phase 2: Website-Architektur & interne Verlinkung (Checks 10-15)
Sobald Crawler deine Seiten erreichen können, stellt sich die nächste Frage: wie effizient sie sich zwischen ihnen bewegen und wie klar die Struktur signalisiert, was wichtig ist. Die folgenden sechs Checks decken Klicktiefe, interne Links und Navigation ab.
10. Klicktiefe zu den wichtigsten Seiten prüfen
Die Klicktiefe gibt an, wie viele Klicks von der Startseite aus nötig sind, um eine Seite zu erreichen. Seiten, die mehr als drei bis vier Klicks tief vergraben sind, werden seltener gecrawlt und ranken schlechter, selbst bei starkem Inhalt. Prüfe die Klicktiefen-Verteilung gezielt für deine umsatzstärksten Seiten.
11. Kaputte interne Links beheben
Kaputte interne Links verschwenden Crawl-Budget und führen Nutzer in eine Sackgasse. Crawle die Website mit einem Tool wie Screaming Frog, filtere nach internen Links mit 4xx- oder 5xx-Statuscode und behebe oder entferne sie. Mechanische Arbeit, die sich bei Websites mit mehreren Relaunches summiert.
12. Themencluster und interne Verlinkungsstruktur prüfen
Prüfe, ob verwandte Inhalte tatsächlich untereinander verlinken. Ein gut aufgebautes Cluster hat eine Pillar-Seite, die auf unterstützende Artikel verlinkt, und diese verlinken zurück und untereinander. Lose, unverbundene Content-Inseln sind ein häufiger Befund bei Websites, die viel publizieren, aber ältere Beiträge nie mit neueren verlinken.
13. Anchor-Text-Qualität und Vielfalt prüfen
Sieh dir den Anchor-Text an, der auf deine Prioritätsseiten verlinkt. Generische Anker wie „hier klicken“ verschenken ein Signal, das verstärken könnte, worum es auf der Zielseite geht. Achte gleichzeitig auf identisch wiederholten Exact-Match-Anchor-Text über Dutzende Links, das wirkt manipulativ statt natürlich.
14. Redirect-Ketten eliminieren
Eine Redirect-Kette liegt vor, wenn URL A auf B weiterleitet, B auf C, bevor man endlich auf der Zielseite landet. Jeder Sprung kostet Ladezeit und verwässert die Linkkraft leicht. Crawle die Website nach Ketten mit mehr als einem Hop und leite sie direkt auf das finale Ziel um.
15. Breadcrumb-Navigation und Markup prüfen
Breadcrumbs helfen Nutzern und Crawlern, die Position einer Seite in der Hierarchie zu verstehen, und korrekt mit BreadcrumbList-Schema ausgezeichnet können sie auch direkt in den Suchergebnissen erscheinen. Prüfe, ob sie auf tief liegenden Seiten vorhanden sind und der sichtbare Pfad mit der URL-Struktur übereinstimmt.
Phase 3: Core Web Vitals & Seitengeschwindigkeit (Checks 16-22)
Geschwindigkeit wirkt gleichzeitig auf jede Seite, deshalb kommt diese Phase vor der Arbeit auf Seitenebene. Eine einzige Korrektur kann hier die gesamte Domain spürbar verbessern.
16. Largest Contentful Paint (LCP) messen
LCP misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element, meist ein Hero-Bild oder eine Überschrift, gerendert ist. Googles Schwelle für „gut“ liegt bei unter 2,5 Sekunden. Prüfe den Wert in PageSpeed Insights oder im Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console, mit echten Felddaten statt einem einzelnen Labortest, weil reale Bedingungen stärker schwanken als eine kontrollierte Testumgebung.
17. Interaction to Next Paint (INP) messen
Ein Nutzer tippt auf ein Menü, und die Seite reagiert spürbar verzögert: Genau das misst INP, der Nachfolger von First Input Delay als Core Web Vital. Der Zielwert liegt bei unter 200 Millisekunden. Meist steckt schwere JavaScript-Ausführung bei der Interaktion selbst dahinter, nicht nur beim Laden.
18. Cumulative Layout Shift (CLS) messen
Wackelt der Button im letzten Moment weg? CLS erfasst genau solche unerwarteten visuellen Verschiebungen, etwa wenn ein Bild ohne reservierte Größe verspätet lädt und ein Element just dann nach unten rutscht, wenn ein Nutzer draufklicken will. Der Zielwert liegt bei unter 0,1. Feste Breiten- und Höhenangaben bei Bildern und Embeds verhindern das.
19. Serverantwortzeit prüfen
Unter 200 Millisekunden, mehr Spielraum gibt die Time to First Byte nicht. Ist die TTFB langsam, begrenzt das jede andere Geschwindigkeitsmetrik, weil nichts rendern kann, bevor der Server überhaupt geantwortet hat. Prüfe Hosting, Datenbank-Performance und ob ein CDN wirklich korrekt konfiguriert ist, nicht nur installiert.
20. Bilder optimieren
Achte auf übergroße Bilddateien, fehlende moderne Formate wie WebP oder AVIF und Bilder, die für ihre Anzeigegröße nicht richtig komprimiert sind. Das ist meist der schnellste Geschwindigkeitsgewinn, weil Bilder oft den größten Anteil am Seitengewicht ausmachen.
21. Render-blockierende Ressourcen eliminieren
CSS- und JavaScript-Dateien, die im Head laden, bevor Inhalte gerendert werden können, verzögern alles Nachfolgende. Verschiebe unkritische Skripte, binde kritisches CSS inline ein und lade den Rest asynchron.
22. Textkompression sicherstellen
Für textbasierte Ressourcen wie HTML, CSS und JavaScript gehört Gzip- oder Brotli-Kompression auf jeden Server. Meist reicht eine einmalige Prüfung, aber verifiziere sie aktiv, statt einfach anzunehmen, dass der Hoster sie standardmäßig aktiviert hat.
Phase 4: Mobile Nutzerfreundlichkeit & Sicherheit (Checks 23-27)
Google indexiert seit Jahren mobile-first, und Sicherheitsprobleme können Rankings und Nutzervertrauen sofort beschädigen. Beide Themen gehören deshalb hierher, vor der Content-Arbeit.
23. Mobile Nutzerfreundlichkeit und Touch-Target-Größen testen
Nutze den Bericht zur Optimierung für Mobilgeräte in der Search Console und teste die Website zusätzlich manuell auf einem echten Smartphone, nicht nur im verkleinerten Browserfenster. Prüfe, ob Buttons und Links genug Abstand haben und Text ohne Zoomen lesbar ist.
24. Content-Parität zwischen mobil und Desktop prüfen
Da Google vorrangig die mobile Version für die Indexierung nutzt, existiert jeder Inhalt, Link oder strukturierte Daten, der auf Desktop, aber nicht mobil sichtbar ist, für das Ranking praktisch nicht. Vergleiche beide Versionen nebeneinander, besonders bei Websites mit noch separaten mobilen Templates.
25. HTTPS sitewide verifizieren
HTTPS mit gültigem Zertifikat: So gehört jede Seite geladen, jede HTTP-Version per 301 auf ihr HTTPS-Pendant umgeleitet. Prüfe das über die gesamte Domain, nicht nur die Startseite. Ältere Subdomains werden bei einer Migration erfahrungsgemäß übersehen.
26. Mixed-Content-Warnungen prüfen
Mixed Content entsteht, wenn eine HTTPS-Seite noch Ressourcen wie Bilder oder Skripte über einfaches HTTP lädt. Browser markieren das, und es kann Funktionen stillschweigend brechen oder Sicherheitswarnungen auslösen. Die Entwicklertools listen solche Fälle direkt in der Konsole.
27. Gültigkeit des SSL-Zertifikats prüfen
Prüfe das Ablaufdatum des Zertifikats und ob die vollständige Kette, inklusive Zwischenzertifikaten, korrekt installiert ist. Ein abgelaufenes oder fehlerhaft konfiguriertes Zertifikat gehört zu den schnellsten Wegen, gleichzeitig Rankings und Nutzervertrauen zu verlieren.
Phase 5: OnPage-Grundlagen & Content-Qualität (Checks 28-34)
Steht das technische Fundament, geht es hier um einzelne Seiten und darum, ob sie klar das Richtige sagen. Sieben Checks prüfen Title-Tags, Struktur und Content-Qualität.
28. Title-Tags auf Länge und Duplikate prüfen
Etwa 60 Zeichen, mehr passt selten unverstümmelt in die Suchergebnisse. Jede Seite braucht außerdem einen eigenen, einzigartigen Title. Doppelte Title-Tags über mehrere URLs sind ein häufiger Befund, aber auch einer der am leichtesten zu behebenden, besonders bei templatebasierten Kategorie- oder Filterseiten.
29. Meta-Descriptions auf Länge und Duplikate prüfen
Meta-Descriptions beeinflussen Rankings nicht direkt, wirken sich aber auf die Klickrate aus. Halte sie unter etwa 155 bis 160 Zeichen, stelle sicher, dass keine komplett fehlt, und prüfe auf Duplikate bei ähnlichen Seiten.
30. Überschriftenhierarchie prüfen
Genau ein H1 pro Seite, klar erkennbar. H2s und H3s ordnen sich logisch darunter ein, statt Ebenen zu überspringen oder rein optisch eingesetzt zu werden. Springt eine Seite von einem H2 direkt zu einem H4, ohne H3 dazwischen, macht das Accessibility-Tools und Suchmaschinen die Strukturerkennung unnötig schwer.
31. Thin oder Duplicate Content identifizieren
Thin Content ist schnell erklärt: eine Seite, zu kurz oder zu generisch, um die Suchintention hinter der Zielanfrage zu erfüllen. Duplicate Content ist das Gegenstück dazu, egal ob nahezu identische Produktbeschreibungen oder über Dutzende Standortseiten wiederverwendete Textbausteine. Beides verwässert Rankingsignale über mehrere URLs, statt sie auf einer starken Seite zu bündeln.
32. Keyword-Kannibalisierung prüfen
Das passiert, wenn zwei oder mehr eigene Seiten auf dieselbe Anfrage zielen und dabei Rankingsignale und Klickdaten zwischen sich aufteilen, statt sie auf einer Seite zu konsolidieren. Ziehe die organischen Keyword-Daten und suche nach mehreren URLs, die für dieselben oder sehr ähnliche Begriffe ranken.
33. Alt-Texte von Bildern prüfen
Für die Barrierefreiheit zählt der Alt-Text zuerst: Er beschreibt das Bild korrekt und gibt Suchmaschinen nebenbei Kontext zum Seiteninhalt. Fehlt er bei bedeutungstragenden, nicht dekorativen Bildern, ist das ein häufiger und schnell behobener Befund.
34. Content-Aktualität und Last-Updated-Signale prüfen
Besonders bei zeitkritischen Themen lohnt sich der Blick darauf, wann Inhalte zuletzt substanziell aktualisiert wurden, im Vergleich zum Veröffentlichungsdatum. Eine Seite, die 2026 noch Preise von 2023 zitiert, ist ein Glaubwürdigkeitsproblem für Leser und ein Alterungssignal für Suchmaschinen, unabhängig vom technischen Zustand des Rests.
Phase 6: Strukturierte Daten & Schema-Markup (Checks 35-38)
Schema erzeugt keine Rankings von selbst, hilft aber Suchmaschinen und KI-Systemen, Inhalte korrekt zu erfassen, und ist Voraussetzung für viele Rich-Result-Formate.
35. Bestehendes Schema-Markup validieren
Prüfe deine wichtigsten Seitentemplates mit Googles Rich-Results-Test oder einem Schema-Validator. Es kommt häufig vor, dass Schema irgendwann korrekt implementiert wurde, dann aber nach einem Theme- oder Plugin-Update stillschweigend kaputtging, unbemerkt, weil es bis zur Prüfung kein sichtbares Symptom gibt.
36. Article- oder BlogPosting-Schema ergänzen
Für Blog-Content liefert dieser Schema-Typ strukturierte Signale zu Veröffentlichungsdatum, Autor und Headline, die reines HTML nicht so zuverlässig kommuniziert. Prüfe, ob die Schema-Daten mit dem übereinstimmen, was auf der Seite sichtbar ist.
37. FAQPage-Schema dort ergänzen, wo es passt
Enthält eine Seite tatsächlich ein Frage-Antwort-Format, kann FAQ-Schema zusätzliche Sichtbarkeit bringen. Erzwinge es nicht auf Content, der nicht als Q&A strukturiert ist, nur um an das Schema zu kommen, das ist ein Qualitätsverstoß, keine Wachstumstaktik.
38. Organization- und Breadcrumb-Schema ergänzen
Organization-Schema auf Website-Ebene hilft, Entitätsinformationen wie Logo, Social-Profile und offiziellen Namen maschinenlesbar zu etablieren. Kombiniert mit dem Breadcrumb-Markup aus Phase 2 rundet das die Datengrundlage ab, die die meisten Websites brauchen.
Phase 7: KI Overview & Answer-Engine-Bereitschaft (Checks 39-40)
Diese Phase unterscheidet sich von den KI-Crawler-Checks aus Phase 1: Dort ging es darum, ob KI-Systeme deine Inhalte überhaupt erreichen. Hier geht es darum, ob der Content so strukturiert ist, dass er tatsächlich zitiert wird.
39. Wichtige Antworten für die direkte Extraktion formatieren
KI Overviews und Answer Engines ziehen bevorzugt kurze, in sich geschlossene Antworten heraus, oft die ersten ein bis zwei Sätze direkt unter einer passenden Überschrift. Prüfe, ob deine wichtigsten Seiten mit einer klaren, direkten Antwort einsteigen, statt sich über mehrere Absätze dorthin hinzuarbeiten.
40. Originaldaten oder zitierfähige Quellen ergänzen
Generische, vielfach wiederholte Ratschläge kann ein KI-System problemlos umformulieren, ohne je auf deine Seite als Quelle zu verweisen. Originaldaten, eine echte Case Study oder eine belegbare Zahl geben Lesern und KI-Systemen einen handfesten Grund, gezielt auf dich zu verweisen, statt auf eine anonyme Paraphrase.
Was ein Live-Audit tatsächlich findet
Um zu zeigen, wie sich das in der Praxis auswirkt, haben wir einen vollständigen Crawl mit Ahrefs Site Audit auf einer aktiven Website durchgeführt: 355 gecrawlte Seiten, geprüft gegen 173 mögliche Problemtypen. Nur 35 davon lieferten tatsächlich Befunde, an sich schon bemerkenswert: Der Großteil einer Standard-Checkliste trifft auf eine konkrete Website gar nicht zu, jedem theoretischen Problem hinterherzujagen ist Zeitverschwendung.
Was tatsächlich auftauchte, sortiert nach Anzahl der betroffenen Seiten:
- 290 Seiten mit Hinweis zur IndexNow-Übermittlung, ein Notice-Level-Punkt, kein eigentliches Problem
- 92 indexierbare Seiten, die in der XML-Sitemap fehlten
- 85 Seiten mit zu langen Title-Tags
- 40 Seiten, die als langsam ladend markiert wurden
- 32 Seiten mit Schema-Markup, das die Validierung nicht bestand
- 27 Seiten mit fehlenden oder leeren Meta-Descriptions
- 27 Orphan Pages ohne eingehende interne Links, als Error-Level-Problem markiert
- 27 Seiten ohne Open-Graph-Tags
- 20 Seiten mit zu kurzen Meta-Descriptions
- 13 Seiten mit fehlendem Bild-Alt-Text
Zwei Dinge fallen dabei auf. Erstens: Der Befund mit dem größten Umfang, die fehlenden Sitemap-Einträge, ist genau ein Phase-1-Problem, das bestätigt, dass Crawling- und Indexierungsprobleme am weitesten verbreitet sind, nicht die am leichtesten zu erkennenden. Zweitens: Orphan Pages tauchten als Error-Level-Problem bei 27 Seiten auf einer einzigen Website auf, was dazu passt, wie oft dieser Check bei echten Audits übersprungen wird. Er verlangt, einen Crawl gegen interne Linkdaten abzugleichen, statt nur einen Bericht zu lesen, deshalb wird er abgekürzt.
Prioritätsmatrix: Was zuerst?
Wer nur für einen Durchgang Zeit hat, arbeitet diese Tabelle von oben nach unten ab, statt direkt bei der interessantesten Phase einzusteigen. Die Priorität richtet sich danach, wie breit eine Phase wirkt und wovon nachfolgende Phasen abhängen. Eine perfekt mit Schema ausgezeichnete Seite, die Google nicht crawlen kann, bringt nichts.
| Priorität | Phasen | Warum das zuerst kommt |
|---|---|---|
| Kritisch | Phase 1 (Crawlability, Indexierung, KI-Crawler-Zugriff) | Nichts Nachgelagertes zählt, wenn Crawler die Seite nicht erreichen |
| Hoch | Phase 2 (Architektur), Phase 3 (Geschwindigkeit), Phase 4 (Mobile & Sicherheit) | Wirkt gleichzeitig auf jede Seite der Website, breiter Impact |
| Mittel | Phase 5 (OnPage & Content) | Fixes auf Seitenebene mit realem, aber engerem Impact pro Seite |
| Mittel | Phase 6 (Strukturierte Daten) | Verbessert, wie gut gecrawlte, gut geschriebene Seiten dargestellt und verstanden werden |
| Laufend | Phase 7 (KI-Overview-Bereitschaft) | Kein einmaliger Fix, muss laufend an Content und KI-Suchverhalten angepasst werden |
Werkzeuge für dieses Audit
Für diese Checkliste brauchst du kein teures Tool-Stack. Google Search Console und PageSpeed Insights sind kostenlos und decken einen relevanten Teil der Phasen 1, 3 und 4 ab. Der kostenlose Tarif von Screaming Frog crawlt bis zu 500 URLs, genug für Architektur-, Weiterleitungs- und OnPage-Checks in Phase 2 und 5. Googles Rich Results Test erledigt die Schema-Validierung für Phase 6 ebenfalls kostenlos.
Für Websites mit mehr als 500 Seiten, oder wenn Probleme über die Zeit nachverfolgt werden sollen, lohnt sich ein kostenpflichtiges Tool wie Ahrefs: Es erkennt Veränderungen zwischen zwei Crawls automatisch, statt dass zwei Exporte von Hand verglichen werden müssen.
Wie oft solltest du ein komplettes SEO-Audit durchführen?
Ein vollständiger Durchgang durch alle sieben Phasen ist für die meisten Websites ein- bis zweimal jährlich sinnvoll, plus direkt nach einem größeren Ereignis: einem Relaunch, einer CMS-Migration, einem Traffic-Einbruch oder wenn auf einmal viele neue Inhalte live gehen. Zwischen den vollständigen Audits lohnt sich ein monatlicher Check der Crawlbarkeit aus Phase 1 und der Core Web Vitals aus Phase 3, weil genau das die Bereiche sind, die am ehesten still durch ein Plugin-Update oder einen Hosting-Wechsel kaputtgehen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein vollständiges 40-Punkte-SEO-Audit?
Bei einer Website mit unter ein paar Hundert Seiten sind ein bis drei Tage für einen gründlichen manuellen Durchgang realistisch, inklusive Zeit, um die wichtigsten Befunde zu beheben, nicht nur zu dokumentieren. Größere oder technisch komplexere Websites können eine Woche oder mehr brauchen, besonders wenn Phase 2 strukturelle Probleme aufdeckt.
Muss ich jedes einzelne Problem beheben, das ein Audit-Tool findet?
Nein. Audit-Tools markieren Probleme nach Schweregrad, aber der sagt nichts darüber aus, wie viel Traffic oder Umsatz eine Seite bringt. Ein Warning-Level-Problem auf der umsatzstärksten Landingpage verdient meist mehr Aufmerksamkeit als ein Error-Level-Problem auf einer Seite, die niemand besucht.
Ist technisches SEO angesichts des wachsenden KI-Suchvolumens noch wichtig?
Ja, sogar mehr als früher. KI-Crawler müssen Inhalte erreichen und verarbeiten können, bevor sie irgendwo zitiert werden, die Arbeit aus Phase 1 bedient jetzt zwei Zielgruppen statt einer. Die KI-Bereitschaft aus Phase 7 kommt zusätzlich zu einem soliden technischen Fundament dazu, sie ersetzt es nicht.
Was ist der Unterschied zwischen einem technischen SEO-Audit und einem vollständigen SEO-Audit?
Ein technisches Audit hört meist nach Phase 4 auf: Crawlbarkeit, Architektur, Geschwindigkeit, Mobile/Sicherheit. Ein vollständiges SEO-Audit wie dieses geht weiter, über OnPage-Content und strukturierte Daten bis zur KI-Suchbereitschaft, und deckt ab, was reine technische Fixes nicht erreichen.
Was kostet ein SEO-Audit?
Ab ca. 1.500 Euro für rund 100 Seiten bei einer Agentur oder einem Freelancer, größere Websites kosten entsprechend mehr. Wer die Checkliste selbst durchgeht, zahlt keine Agenturkosten, sondern investiert die eigene Zeit mit den kostenlosen Tools aus dem Werkzeug-Abschnitt oben.
Was passiert nach dem SEO-Audit?
Nach dem Audit folgt die Priorisierung. Nicht jeder Befund verdient sofortige Aufmerksamkeit, die Prioritätsmatrix weiter oben zeigt, welche Phase zuerst bearbeitet werden sollte, weil sie am breitesten wirkt oder nachgelagerte Maßnahmen von ihr abhängen. Praktisch heißt das: zuerst Phase 1, dann die breit wirkenden Phasen 2 bis 4, danach Phase 5 und 6, und Phase 7 als laufende, nie ganz abgeschlossene Aufgabe.