Share of Search: Definition, Formel und Bedeutung (2026)

Foto des Autors
Written By Max Benz

Share of Search ist der Anteil der Google-Suchanfragen nach dem eigenen Markennamen, gemessen an allen Markensuchanfragen in der eigenen Kategorie. Die Kennzahl ist ein Nachfragesignal, keine Vanity-Metrik. Wenn Menschen häufiger nach der eigenen Marke suchen als nach denen der Konkurrenz, steigt der Share of Search, und diese Verschiebung der Nachfrage zeigt sich meist einige Monate später auch im Umsatz und im Marktanteil.

Was ist Share of Search?

Genauer gesagt bezeichnet Share of Search den Anteil der Marken-Suchanfragen, den eine Marke im Vergleich zu allen Marken-Suchanfragen ihrer Kategorie erhält, gemessen über einen festgelegten Zeitraum. Anders als Kennzahlen, die auf Werbebudgets oder Befragungspanels beruhen, entsteht Share of Search ausschließlich aus echtem Suchverhalten bei Google. Kein Werbekonto nötig, kein Panel, kein Umweg. Zugänglich ist die Metrik deshalb für jedes Unternehmen mit Zugriff auf Suchvolumendaten, nicht nur für Marken mit großem Mediabudget.

Wer den Begriff zum ersten Mal hört, verwechselt ihn schnell mit Share of Voice oder Marktanteil. Der Unterschied zählt: Share of Search misst nicht, was eine Marke für Werbung ausgibt oder verkauft, sondern wonach Menschen tatsächlich bei Google suchen. Steigt der Anteil einer Marke an den gesamten Kategorie-Suchanfragen, wächst in aller Regel auch die reale Nachfrage nach dieser Marke. Das gilt unabhängig davon, ob gerade eine Kampagne läuft. Genau das macht Share of Search zu einem Nachfragesignal, nicht zu einer reinen Vanity-Metrik, die man sich schönrechnen kann.

Share of Search vs. Share of Voice vs. Share of Market

Die drei Begriffe klingen ähnlich. Gemessen wird aber grundlegend Verschiedenes: Werbeausgaben, Suchverhalten und tatsächliche Verkäufe. Wer sie verwechselt, vergleicht am Ende Kennzahlen mit unterschiedlichen Datenquellen und trifft Entscheidungen auf wackliger Grundlage.

MetrikWas es misstDatenquelleWichtigste EinschränkungRelevanz für KI-Sichtbarkeit
Share of Voice (SoV)Werbepräsenz einer Marke im Verhältnis zum WettbewerbWerbeausgaben oder Impressions über bezahlte KanäleWird immer schwerer präzise zu berechnen, da sich Budgets über Dutzende Plattformen verteilenSagt nichts darüber aus, ob eine Marke in KI-generierten Antworten überhaupt genannt wird
Share of Search (SoS)Anteil einer Marke an der Suchnachfrage ihrer KategorieOrganisches Suchvolumen (Google Trends, Keyword-Tools)Einfache Tools können die Nachfrage unterschätzen, wenn die Keyword-Abdeckung zu eng istSteigendes Markensuchvolumen fällt häufig mit häufigeren Markenerwähnungen in KI-Antworten zusammen, weil beides aus demselben Nutzerinteresse gespeist wird
Share of Market (SoM)Tatsächliche Verkäufe einer Marke im Verhältnis zum GesamtmarktVerkaufs- und UmsatzdatenHinkt Nachfrageveränderungen hinterher und spiegelt die Vergangenheit statt neuer TrendsZeigt nicht, ob eine Marke aktuell in KI-Suchergebnissen sichtbar ist, da reine Verkaufszahlen keine Aussage über Sichtbarkeit treffen

Share of Voice war lange die gängige Art, die Marktposition einer Marke einzuschätzen. Das stammt aus einer Zeit, in der sich Werbeausgaben noch relativ einfach nachverfolgen ließen. Inzwischen ist das schwieriger, seit sich Werbung über Suche, Social Media, Retail Media und programmatisches Display verteilt. Jeder Kanal liefert eigene, oft intransparente Reports. Externe Wettbewerbsdaten sind kaum vollständig zu bekommen. Wer versucht, Share of Voice branchenweit über alle Kanäle zu schätzen, landet deshalb schnell bei groben Annahmen statt bei belastbaren Zahlen.

Dieses Problem umgeht Share of Search, weil es misst, was Menschen tatsächlich in Google eintippen. Einblick in das Mediabudget der Konkurrenz braucht man dafür nicht. Werbeausgaben bleiben oft vertraulich, Suchvolumen dagegen ist öffentlich zugänglich. Kleinere Teams ohne Wettbewerbsanalyse-Abo können sich diese Kennzahl deshalb genauso verschaffen wie große Konzerne.

Ein mittelständisches Unternehmen ohne eigene Media-Agentur hat hier einen praktischen Vorteil. Share of Voice und Share of Market brauchen Datenquellen, die man selten selbst besitzt, etwa Einblick in fremde Werbebudgets oder aktuelle Branchenumsatzzahlen. Share of Search lässt sich dagegen mit einem kostenlosen Tool und den Markennamen der wichtigsten drei bis fünf Wettbewerber selbst berechnen. Keine Marktforschungsagentur nötig. Genau deshalb taucht die Kennzahl inzwischen auch in Reportings von Teams auf, die klassischerweise nie mit Werbedaten gearbeitet haben, etwa in Content- oder SEO-Abteilungen, die ihren Beitrag zur Markenbekanntheit sichtbar machen wollen.

Share of Search berechnen (Formel und Beispiel)

Infografik: Share of Search Formel mit Beispielrechnung 2.000 geteilt durch 5.000 mal 100 gleich 40 Prozent
Share of Search berechnet sich aus dem eigenen Marken-Suchvolumen geteilt durch das Gesamt-Suchvolumen der Kategorie.

Share of Search = (Suchvolumen der eigenen Marke ÷ Gesamt-Suchvolumen der Kategorie) × 100

Angenommen, Ihre Marke verzeichnet 2.000 monatliche Markensuchanfragen, und Ihre drei wichtigsten Wettbewerber kommen auf jeweils 1.000. Das Gesamt-Suchvolumen der Kategorie liegt damit bei 5.000. Ihr Share of Search beträgt 2.000 geteilt durch 5.000, multipliziert mit 100, also 40 Prozent. Steigt dieser Wert im nächsten Quartal auf 45 Prozent, während die Werte der Wettbewerber stabil bleiben, ist das ein echtes Signal dafür, dass Ihre Marke bei der Nachfrage zulegt, unabhängig von einer einzelnen Kampagne.

Wichtig dabei: Die Formel funktioniert nur, wenn die Suchvolumen aller relevanten Marken über denselben Zeitraum und dieselbe Region erhoben werden. Zeitraum und Region müssen also exakt übereinstimmen. Vergleicht man das Suchvolumen der eigenen Marke aus den letzten drei Monaten mit einem Jahreswert der Konkurrenz, verzerrt das Ergebnis den tatsächlichen Anteil und macht ihn im Zeitverlauf unbrauchbar für Trendaussagen.

Ein häufiger Rechenfehler entsteht, wenn Teams vergessen, wirklich alle relevanten Wettbewerber in die Kategorie-Summe aufzunehmen. Zählt man nur die zwei größten Konkurrenten und lässt drei kleinere Anbieter mit spürbarem eigenem Suchvolumen weg, entsteht ein künstlich hoher Share of Search. Das Ergebnis beschönigt die reale Wettbewerbssituation. Die Kategorie-Definition sollte deshalb vor jeder Berechnung schriftlich festgehalten werden, damit spätere Vergleiche über mehrere Quartale hinweg dieselbe Wettbewerbergruppe verwenden.

Warum Share of Search wichtig ist

Share of Search ist ein Frühindikator für die Markengesundheit. Die Kennzahl bewegt sich typischerweise, bevor sich der Marktanteil verändert, nicht danach. [Sellforte beziffert](https://sellforte.com/dictionary/share-of-search) die Korrelation zwischen Share of Search und Marktanteil auf rund 83 Prozent, einer der stärksten quantifizierten Zusammenhänge, die zwischen einer Suchkennzahl und einem Geschäftsergebnis veröffentlicht wurden.

Ein paar Gründe, warum das in der Praxis zählt:

  • Es ist ein Markenbekanntheits-Signal in Echtzeit. Klassische Markenstudien sind langsam und teuer. Suchdaten aktualisieren sich fortlaufend und kosten nichts außer dem Tool, mit dem man sie abruft.
  • Es liefert Kampagnen eine direkte Feedbackschleife. Ein Produktlaunch, eine PR-Aktion oder ein Rebranding sollte sich innerhalb weniger Wochen als Anstieg im Markensuchvolumen zeigen, lange bevor es in den Verkaufszahlen sichtbar wird.
  • Es zeigt, wohin sich der Markt entwickelt, nicht nur, wo er stand. Steigende Markensuche geht dem Marktanteil oft voraus, weil Suchverhalten aktive Kaufüberlegung widerspiegelt und damit frühzeitiger auf Verschiebungen im Wettbewerbsumfeld hinweist als klassische Verkaufszahlen.

[Semrush dokumentiert](https://www.semrush.com/blog/share-of-search/) zwei Vorher-Nachher-Fälle, die dieses Muster stützen: Kopelman Hair Restoration steigerte den eigenen Share of Search innerhalb von zehn Monaten von rund 7 Prozent auf über 8 Prozent, eine britische Sportbekleidungsmarke wuchs innerhalb von zwölf Monaten von 18 Prozent auf 32 Prozent. Keiner der beiden Fälle beweist für sich genommen Kausalität. Beide passen aber zu dem Muster, dass nachhaltige Sichtbarkeitsarbeit diese Kennzahl bewegt, bevor sie sich im Umsatz niederschlägt.

Marketingteams in Deutschland bekommen damit ein Argument, das über die reine SEO-Abteilung hinaus wirkt. Der Grund ist einfach. Ein steigender Share of Search lässt sich in Budgetgesprächen als frühes, belastbares Ergebnis einer Kampagne vorlegen, lange bevor Umsatzzahlen aus dem Controlling vorliegen. Das zählt besonders, wenn Content-Marketing, PR oder Markenkampagnen gegenüber der Geschäftsführung gerechtfertigt werden müssen: Die Kennzahl liefert einen Zwischenindikator, der schneller reagiert als klassische Conversion- oder Umsatzreports.

Share of Search messen (Tools und Vorgehen)

Screenshot des kostenlosen Ahrefs Keyword Generators zur Ermittlung von Suchvolumen
Der Ahrefs Keywords Explorer liefert exakte monatliche Suchvolumenzahlen, die Grundlage jeder Share-of-Search-Berechnung.

Für eine belastbare Share of Search Schätzung braucht es keine spezialisierte Plattform, sondern vier Tools, die zusammen die meisten Anwendungsfälle deutscher Marketingteams abdecken.

  • Google Trends. Kostenlos und schnell, um relative Trends zwischen der eigenen Marke und namentlich genannten Wettbewerbern über die Zeit zu erkennen, liefert aber nur relative Indexwerte statt exakter Suchvolumina.
  • Sistrix. Deutsches SEO-Tool mit eigenem Sichtbarkeitsindex und Keyword-Daten für den deutschen Markt, hilfreich, um Markennamen-Suchvolumen und deren Entwicklung im DACH-Raum genauer einzuordnen als mit rein internationalen Tools.
  • Ahrefs. Der Keywords Explorer liefert tatsächliche monatliche Suchvolumenzahlen für jeden Markennamen, das ist die Grundlage, die die Share-of-Search-Formel braucht, um einen echten Prozentwert statt nur einer Trendlinie zu liefern.
  • Similarweb. Ergänzt Suchdaten um Traffic- und Interessensdaten je Marke und Region, nützlich, um Suchvolumenschwankungen mit tatsächlichem Website-Traffic gegenzuprüfen.

Praktisch geht man so vor: Suchvolumen für die eigene Marke und jeden relevanten Wettbewerber über denselben zurückliegenden Zeitraum abrufen, die Werte der Wettbewerber summieren und anschließend die Formel aus dem vorherigen Abschnitt anwenden.

Meistens reicht die Kombination aus zwei Tools: eines für exakte Suchvolumenzahlen (Ahrefs oder ein vergleichbares Keyword-Tool) und eines für die relative Trendentwicklung über die Zeit (Google Trends). Sistrix und Similarweb kommen erst dazu, wenn mehr gefragt ist als die reine Suchanfrage. Beide werden hilfreich, sobald auch die tatsächliche Sichtbarkeit oder der Website-Traffic der Wettbewerber eine Rolle spielt, etwa um zu prüfen, ob gestiegenes Suchvolumen auch zu mehr Besuchen auf der eigenen Seite führt.

Wie misst man Markenpräsenz in KI-Suchergebnissen?

Infografik mit 3 Schritten zur Messung der Markenpräsenz in KI-Suchergebnissen: Testfragen stellen, Erwähnungen protokollieren, mit Kampagnen korrelieren
Ein dreistufiges, vendor-neutrales Vorgehen, um Markenerwähnungen in Google AI Overviews, ChatGPT und Perplexity zu erfassen.

Markenpräsenz in KI-Suchergebnissen bedeutet, wie oft und wie positiv eine Marke innerhalb von Google AI Overviews, ChatGPT oder Perplexity bei kategorierelevanten Anfragen genannt oder empfohlen wird. Eine exakte Wissenschaft mit einer einzigen Standardkennzahl gibt es dafür nicht. Ein wiederholbares Vorgehen liefert trotzdem brauchbare Anhaltspunkte, auch ohne ein spezielles Monitoring-Abo.

Kein einzelnes Tool deckt diese Aufgabe vollständig ab. Google Search Console zeigt keine KI-Übersichten-Daten im Detail, und mehrere SEO-Anbieter bauen derzeit eigene KI-Sichtbarkeits-Tracker, aber keiner davon ersetzt den direkten, manuellen Blick auf die tatsächlichen Antworten. Wer sich ausschließlich auf ein einzelnes Tool verlässt, bekommt außerdem nur die Perspektive dieses einen Anbieters auf ein Feld, das sich noch schnell weiterentwickelt und für das sich bislang kein Industriestandard durchgesetzt hat. Ein vendor-neutrales Grundgerüst funktioniert in drei Schritten:

  1. Kategorie-Anfragen manuell über alle KI-Oberflächen testen. Die typischen Suchanfragen der eigenen Kategorie (zum Beispiel „beste Anbieter für X“ oder „X Vergleich“) direkt in Google, ChatGPT und Perplexity eingeben und protokollieren, ob und wie die eigene Marke in der Antwort auftaucht.
  2. Häufigkeit und Tonalität der Erwähnungen dokumentieren. Für jede getestete Anfrage festhalten, ob die Marke überhaupt genannt wird, an welcher Position, mit welcher Quelle verlinkt und ob die Darstellung positiv, neutral oder kritisch ausfällt.
  3. Ausschläge bei KI-Erwähnungen mit Kampagnen oder Launches abgleichen. Wenn die Markennennung in KI-Antworten nach einer PR-Aktion, einem neuen Produkt oder einer Content-Veröffentlichung spürbar zunimmt, ist das ein Hinweis darauf, welche Maßnahmen tatsächlich auf KI-Sichtbarkeit einzahlen.

Checkliste: Markenpräsenz in KI-Suchergebnissen prüfen

  • Kategorie-Anfragen definiert und in Google AI Overviews, ChatGPT und Perplexity getestet
  • Erwähnungshäufigkeit, Position und Tonalität pro Anfrage protokolliert
  • Ergebnisse mit dem Datum laufender Kampagnen oder Launches abgeglichen

Dieses Vorgehen ersetzt keine automatisierte Lösung für Marken mit sehr vielen Kategorie-Keywords, liefert aber für die meisten mittelständischen Unternehmen einen realistischen, kostenlosen Einstieg, bevor man in ein spezialisiertes Tool investiert.

In der Praxis lohnt sich ein einfaches Tabellenprotokoll: eine Zeile pro getesteter Anfrage, eine Spalte pro KI-Oberfläche, dazu eine kurze Notiz, ob die eigene Marke genannt wurde, an welcher Stelle in der Antwort und ob eine Quelle verlinkt war. Vier bis sechs Wochen mit wöchentlichen Stichproben reichen meist schon. Erste Muster werden sichtbar, etwa ob die eigene Marke bei bestimmten Anfragen zuverlässig genannt wird und bei anderen komplett fehlt. Genau diese Lücken zählen: Sie zeigen, wo zusätzlicher Content oder zusätzliche Erwähnungen auf anderen Websites am ehesten helfen, weil KI-Systeme ihre Antworten stark auf Basis dessen bilden, was im offenen Web über eine Marke zu finden ist.

Häufige Messfehler bei Share of Search

Ein anschauliches Beispiel aus dem deutschen Markt ist der Markenname „Adler“. Das Wort ist gleichzeitig das deutsche Wort für den Vogel, der Name von Adler Modemärkte, einer bundesweiten Bekleidungskette, und der Name von Adler Mannheim, einem bekannten Eishockeyclub der Deutschen Eishockey Liga. Rohes Suchvolumen für „Adler“ mischt also Suchanfragen zum Tier, zum Eishockeyclub und zum Modehändler in einer einzigen Zahl, ohne dass ein Standardtool diese drei Bedeutungen von sich aus trennt. Eine Marke, die den Share of Search von Adler Modemärkte tracken will, muss deshalb entweder mit dem vollständigen Markennamen arbeiten oder mehrere Suchbegriffe kombinieren, statt sich auf das bloße Wort „Adler“ zu verlassen. Vor jeder Berechnung lohnt sich deshalb ein Blick auf drei typische Fehlerquellen:

  • Mehrdeutige Markennamen. Wenn die eigene Marke oder die eines Wettbewerbers denselben Namen wie ein unabhängiges, gebräuchliches Wort trägt, wie beim Beispiel „Adler“, enthält das rohe Suchvolumen automatisch fremde Anfragen, solange man sie nicht herausfiltert. In der Praxis bedeutet das, entweder mit Keyword-Kombinationen wie „Adler Modemärkte“ oder „Adler Filiale“ zu arbeiten oder in modernen Keyword-Tools eine Themen- beziehungsweise Intent-Filterung zu nutzen, die Suchanfragen nach Kontext statt nur nach dem bloßen Wortlaut gruppiert.
  • Zu enge Keyword-Abdeckung. Wer nur den exakten Markennamen misst, übersieht enge Varianten, Tippfehler und produktspezifische Suchanfragen ohne Markennamen, was die reale Nachfrage bei bekannten Marken mit einem starken Flaggschiffprodukt deutlich unterschätzen kann. Eine vollständigere Keyword-Liste umfasst deshalb auch gängige Schreibvarianten, Abkürzungen und die Kombination aus Markenname und Produktkategorie.
  • Fehlende produktspezifische Suchanfragen. Suchanfragen zu einem besonders bekannten Produkt nennen manchmal die Muttermarke gar nicht, eine Keyword-Liste, die nur auf den Markennamen setzt, übersieht dadurch reale Nachfrage, die ein breiteres Set an Suchbegriffen erfassen würde. Bei Marken mit einem klar dominierenden Flaggschiffprodukt lohnt es sich, dessen Produktname als eigene Zeile in die Keyword-Liste aufzunehmen und getrennt auszuweisen, statt ihn stillschweigend wegzulassen.

Das bedeutet nicht, dass Share of Search unzuverlässig ist. Es bedeutet nur, dass die naive Variante, ein Markenname gegen einen Wettbewerbernamen in Google Trends, eine grobe Schätzung liefert und keine präzise Zahl. Sind die drei Fehlerquellen einmal systematisch geprüft und die eigene Keyword-Liste entsprechend erweitert, lässt sich die Berechnung danach als fester Bestandteil im Reporting wiederverwenden. Kein Neustart bei jedem Quartal.

Share of Search steigern

Mehr Menschen suchen gezielt nach dem Markennamen statt nach einem allgemeinen Kategoriebegriff: Genau so steigt der Share of Search. Das wachsende Markensuchvolumen entsteht meist durch Investitionen, die direkte Markennachfrage aufbauen, nicht nur durch das Abschöpfen bereits vorhandener Nachfrage. Vier Hebel treiben diesen Effekt am zuverlässigsten.

  • Inhalte veröffentlichen, die Markenerinnerung schaffen. Leitfäden, Tools und datenbasierte Inhalte, die zitiert und geteilt werden, bauen genau die Art von Bekanntheit auf, die sich später als Markensuche zeigt. Ein Rechner, eine Vorlage oder eine gut recherchierte Studie mit eigenen Daten funktioniert dabei oft besser als ein weiterer allgemeiner Ratgeberartikel, weil andere Websites solche Formate bevorzugt verlinken und dabei den Markennamen nennen.
  • In Digital PR investieren. Berichterstattung auf anderen Websites, vor allem solche, die den Markennamen konkret nennen statt nur allgemein zu verlinken, ist einer der direktesten Wege, jemanden dazu zu bringen, nach der eigenen Marke zu suchen. Ein Interview, eine Expertenmeinung oder eine Erwähnung in einem Fachmedium wirkt hier stärker als ein reiner Linkaufbau, weil Leserinnen und Leser den Markennamen aktiv im Kontext wahrnehmen.
  • Lokale Suche optimieren, wo relevant. Für Marken mit physischer oder regionaler Präsenz treibt eine gute Platzierung in lokalen Ergebnissen konsequent Markensuchen von Menschen, die die Marke zuerst dort entdeckt haben, etwa über Google Maps, lokale Verzeichnisse oder standortbezogene Landingpages.
  • Kampagnen fahren, die den Markennamen einprägsam machen. Eine markante, gut ausgesteuerte Kampagne, sei es als Video, auf Social Media oder anderswo, verwandelt Aufmerksamkeit in Namenssuchen auf eine Art, wie es generische Kategoriewerbung selten schafft. Entscheidend ist dabei weniger das Budget als die Wiedererkennbarkeit: Eine Kampagne, die sich klar von der Konkurrenz abhebt, bleibt eher im Gedächtnis und wird später gezielt gesucht statt nur beiläufig wahrgenommen.

Diese vier Hebel wirken am besten in Kombination und nicht isoliert. Digital PR ohne begleitenden Content verpufft schneller, und eine Markenkampagne ohne lokale Präsenz erreicht die Menschen nicht dort, wo sie tatsächlich suchen. Wer den eigenen Share of Search über mehrere Quartale beobachtet, sieht relativ schnell, welche Kombination für die eigene Kategorie am stärksten wirkt, und kann das Budget im nächsten Zyklus gezielter auf die Maßnahmen verteilen, die nachweislich mehr Markensuchen ausgelöst haben.

Share of Search: Häufige Fragen (FAQ)

Ist Share of Search dasselbe wie Share of Voice?

Nein. Share of Voice misst die Werbepräsenz einer Marke, also Ausgaben oder Impressions, während Share of Search die tatsächliche Suchnachfrage nach dem Markennamen misst. Beide Kennzahlen können sich unabhängig voneinander entwickeln, auch wenn eine starke Share-of-Voice-Kampagne den Share of Search über die Zeit häufig mit nach oben zieht. Ein Unternehmen kann zum Beispiel viel Werbebudget einsetzen, ohne dass sich das kurzfristig in mehr Markensuchen niederschlägt. Das passiert etwa, wenn die Kampagne stark auf ein Produktmerkmal statt auf den Markennamen setzt.

Wie oft sollte man Share of Search tracken?

Vierteljährlich ist ein sinnvoller Standardrhythmus für die meisten Marken. Für die langfristige Markenplanung reicht oft sogar ein jährlicher Rhythmus, da die Kennzahl eher langsame Verschiebungen der Markennachfrage abbildet als tagesaktuelle Performance. Monatliches Tracking lohnt sich vor allem rund um einen größeren Launch oder eine Kampagne, wenn schnelleres, richtungsweisendes Feedback den zusätzlichen Aufwand wert ist, etwa um zu prüfen, ob eine laufende PR-Aktion tatsächlich Wirkung zeigt.

Kann eine kleine Marke einen hohen Share of Search haben?

Ja. Share of Search bezieht sich immer auf das eigene, konkrete Wettbewerbsumfeld, nicht auf den gesamten Markt. Eine Marke, die eine schmale Nische oder eine Region dominiert, kann deshalb einen hohen Share of Search erreichen, selbst wenn das absolute Suchvolumen überschaubar bleibt. Ein regionaler Anbieter mit wenigen tausend Suchanfragen im Monat profitiert von genau diesem Effekt. In seinem engen Wettbewerbsumfeld erzielt er oft einen höheren Share of Search als ein deutlich größerer, überregionaler Anbieter in einer breiteren Kategorie.

Garantiert ein steigender Share of Search auch steigende Umsätze?

Nein. Share of Search ist ein Frühindikator und ein starker Korrelat zum Marktanteil, aber keine Garantie. Andere Faktoren entscheiden mit: Vertrieb, Preisgestaltung, Produktverfügbarkeit. Sie bestimmen, ob Suchinteresse tatsächlich in Verkäufe umschlägt. Eine Marke mit stark steigendem Share of Search, aber schlechter Lieferfähigkeit oder einem unattraktiven Preis, wird das gestiegene Interesse nur teilweise in tatsächliche Verkäufe umwandeln können.

About the author
Max Benz
Max Benz Founder & CEO · ContentForce AI
Kategorien Allgemein

Schreibe einen Kommentar